Dienstag, 1. August 2017

Pace, Kleidung und Halbmarathon analysiert

Der persönliche Erfolg des erreichten Halbmarathons ließ mich nicht wirklich zur Ruhe kommen. Eine Analyse des Laufes zeigte mir noch einige Schwächen und mögliche Veränderungen, die in absehbarer Zeit passieren müssen. Aber seht selbst.

Laufzeiten im Halbmarathon - Analyse


Hätte mir im Februar oder im Mai jemand gesagt, dass ich mal Halbmarathons laufe, hätte ich den zu der Zeit für bescheuert erklärt. Ich hasse Laufen. Eigentlich immernoch. Aber gestern war dann der erste verwertbare und nachweisliche Halbmarathon im Sack, das Badge von Strava gefangen und die Gedanken kreisen schon wieder um die nächste Strecke.

Ein Kollege und ebenfalls Marathoni sagte mir gestern, ich müsse die Strecke unbedingt in dieser Woche nochmal laufen. Ob der weiß, was ich mir damit antun würde?

Für Halbmarathon-Training in Stralsund ist die Strecke in meinen Augen ideal. Man kommt mit der Runde etwas über der Halbmarathon-Distanz raus.

Tolle Laufstrecke für Halbmarathon in Stralsund

Selbst ausreichend Wegstrecke zum ausgehen ist vorhanden.

Trotzdem Grund genug, den Lauf mal ordentlich zu analysieren.


Bei der Bewegungszeit sieht man die Defizite, die ich auch schon in den früheren Läufen an mir selbst beobachtete. Der innere Schweinehund, der mich ständig zwingen will, mal ein paar Schritte zu gehen, konnte bis Kilometer 13 bezwungen werden. Konstant und ziemlich schnell unterwegs gab es bei idealem Laufwetter allen Grund zur Freude bis dahin. Wie weit die Runde ist, wusste ich ja schon. Dann ein kurzer Gang und ein Blick auf das Smartphone zur Zeit- und Streckenkontrolle und genau in dem Moment passiert immer wieder das Gleiche. Die Luft ist raus. Indianer-Tippelschritte und ich komme nicht wieder rein. 

Irgendwas im Kopf sagt immer, dass ich nicht laufen müsste und auch die Beine machen nach einer Pause nicht mehr wirklich mit. Die Knie und die Leiste fangen erst dann an zu schmerzen, wenn ich mir eine kleine Gehpause gönne. Und sei es nur ein Stop an einer Ampel. Danach piekt und sticht es nur noch. Dies bedeutet, dass ich bis 20km definitiv konstanter werden muss, um den Rest des Marathons vielleicht auf die Art überleben zu können. 30km auf die Art und Weise wird in der Kürze der Zeit, die noch bleibt, nicht funktionieren. Der 14.10. ist ja nun auch wirklich nicht mehr so weit weg und ich bin definitiv kein Läufer. Eigentlich.

Die Gesamtzeit des Laufes ist etwas trügerisch. Die 21,6 km gingen genau bei 2:13:00 über die Uhr - die restliche Lauf-/Gehzeit dann bis 2:17:00 bis ich mir auch absolut sicher war, das Strava durch GPS-Rundungen und -Korrekturen hier nicht unter der Halbmarathon-Distanz rauskommt. Ich wäre aber noch viel schneller gewesen. Warum?

Beim Lauf wurde es mit fortschreitender Stunde immer wärmer und irgendwie merkte ich einen leichten Durstzustand, der mich bei Kilometer 19 in eine Tankstelle führte. Dort suchte ich minutenlang erstmal nach nach einem passenden Getränk und durfte auch noch an der Kasse anstehen. Wertvolle Zeit verstrich hier. Gleichzeitig kann ich nicht langsam. Die Durchschnittsgeschwindigkeit ergab sich nur aus den Gehstrecken und eben aus dem Einkauf. Laufe ich gleich von Anfang an über 6:10 oder 6:20 auf den Kilometer kommt spätestens nach 7 Kilometern das Knie oder die Leiste. Ich muss relativ schnell beginnen um hinterher genug Luft für Gehstreckken zu haben. Und das wird - besonders bei der Langdistanz - definitiv passieren. Eine Zeit von 5Stunden oder 5:15 bzw. maximal 5:30 wäre aber schon geil. Sicher ist aber, dass ich so nicht unter 4:30 rauskommen werde. Also steht das Zeitfenster schonmal.

Gelaufen bin ich, zur Schonung der Knie, dann auch mit den schwereren adidas Cosmic M. Eigentlich nicht der ideale Laufschuh, doch ich wollte es weich an der Sohle und gegenüber den Umbros sind sie deutlich besser. Mit derzeitig 147 Kilometer dürften sie aber inzwischen auch die Hälfte der aktiven Laufzeit hinter sich haben.
Bei der Ausrüstung merkte ich wieder einen Makel, den ich in Kürze mal abstellen muss. Diesmal ist es die Laufhose von Crivit. Ich kaufte sie mal im vergangenen Jahr für Sohnemann und eine für mich, damit man mal eine kurze Hose im Schrebergarten hätte. Allerdings störten mich schon öfter einige Details an der Hose, die mich gestern dann so richtig nervten.

Es sind die Nähte. Viel zu dick und richtig spürbar. Das scheuert und kratzt besonders, wenn der Schweiß die Hose dann getränkt hat. Das war ätzend. Gut ist an der - etwas übers Knie gehenden Hose, dass sie in der Kniebeuge einen Einsatz hat. Richtig besch.... ist, dass der Einsatz zu kurz ist. Besonders der untere Teil rutscht direkt in die Kniekehle und drückt dort. Vielleicht sollte ich es doch mal mit einer kurzen Hose probieren, die einen Einsatz hat, der nur bis übers Knie geht. Im Oktober wäre unter Umständen aber eine lange Hose fällig. Nahtlos idealerweise. Eine geliehene Damen-Sport-Leggins für die Läufe zu kühleren Morgenstunden, ist das schon ganz brauchbar, nur noch etwas zu schwer. Ein Upgrade ist fällig!

Wir werden sehen. Fakt ist, dass die Halbmarathon-Distanz jetzt gefestigt werden muss und die Trainingsläufe zwischendurch auch nicht mehr unter 5000 Meter haben dürfen.
Der stark eingeschränkte Zigarettenkonsum zeigt auch Wirkung. Nur könnte es vielleicht doch ganz nützlich sein, sich vollständig von den Glimmstengeln zu lösen. Mehr Kraft im Core wäre auch nicht so schlecht.

Ich arbeite daran.

Analysierte Grüße
//O.F.